Der Verein Bewegungskindertagesstätte Rheinland-Pfalz e.V. feierte sein Jubiläum am 29. September im virtuellen Raum

Jahrestreffen 2020 OrgaStillstand kommt für Bewegungskitas nicht in Frage. Doch wie sich bewegen und das 15-jährige Bestehen des Vereins Bewegungskindertagesstätte Rheinland-Pfalz feiern, wenn die Corona-Pandemie ein persönliches Treffen aller Beteiligten unmöglich macht? Indem der Vereinsvorstand mit Vertreterinnen und Vertretern der zertifizierten Bewegungskitas im ganzen Land zu einem digitalen Jahrestreffen im virtuellen Raum zusammenkommt. Nach vielen Wochen der Vorbereitung war es nun soweit: Ohne größere technische Schwierigkeiten ging das Treffen über die Bühne.

"Wir gehen dieses Jahr einfach neue Wege", formulierte Jördis Gluch, Sportwissenschaftlerin der Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UKRLP) und Vorstandsmitglied des Vereins, gleich zu Beginn der Veranstaltung, zu der sich mehr als 70 Bewegungskitas zugeschaltet hatten. Schon eine Woche zuvor hatte Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse, eine digitale Grußbotschaft an die Kitas gesendet. Dabei sprach er ihnen ein großes Lob aus: "Wir haben wahrgenommen, was Sie in der Corona-Zeit alles geleistet haben: Sie haben den Kitabetrieb weitestgehend aufrechterhalten, Konzepte umgestellt, angepasste Hygienepläne umgesetzt und intensiv mit Kindern, Eltern, den Trägern und auch mit der Unfallkasse Rheinland-Pfalz kommuniziert." Zudem kündigte Breitbach an, dass der Kreis der Bewegungskitas noch deutlich erweitert werden soll. "Denn im Mittelpunkt stehen die Kinder und natürlich die Gesundheit in den Einrichtungen", so Breitbach.

Aktuell gibt es 133 Bewegungskitas im Land − und weit mehr als die Hälfte von ihnen wollte beim digitalen Jahrestreffen mit dabei sein. "Wir sind überwältigt von der Resonanz", freute sich die Vereinsvorsitzende Janka Heller. In einer Videobotschaft konnte sie kurz darauf für ihren Verein den Dank des rheinland-pfälzischen Bildungsministeriums dafür entgegennehmen, das große Netz von Bewegungskitas geschaffen zu haben. "Das Ministerium hat dies von Beginn an gern gefördert", sagte Staatssekretär Hans Beckmann, bevor er den Luftballon, der als spielerische Verbindung zwischen allen Beteiligten diente, zurück an Janka Heller spielte.

Die Vereinsvorsitzende ging auf die Herausforderungen durch das aktuelle Corona-Geschehen ein: Trotz Pandemie hat der Verein allein im ersten Halbjahr 2020 achtzehn Beratungen durchgeführt, zwei weitere Qualitätssiegel verliehen und dreizehn Qualitätssiegel-Verlängerungen ausgesprochen. "Gewachsen sind wir in vielerlei Hinsicht", so Janka Heller. In seiner Geschichte habe der Verein eine konzeptionelle Entwicklung (auch hinsichtlich U3-Kindern und Inklusion) durchgemacht und stets auf alle rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen reagiert. Zusammen mit allen Partnern könne der Verein auf eine gute Qualitätsstruktur bauen. "Diese Qualität ist es, die uns letztendlich ausmacht − auch in Krisenzeiten", resümierte Heller. Mit einer Fotoshow wurden besondere Momente und gemeinsame Events im Vereinsleben noch einmal für alle hervorgehoben.

Dann geriet der Luftballon in Bewegung: Angeleitet von Reinhard Liebisch lockerten sich die "Festgäste" mit einigen Übungen für die weitere Zeit vor dem Computerbildschirm.

Für Stärkung in mentaler Hinsicht sorgte Helin Dogan, Psychologin (UKRLP), mit ihrem Vortrag "Resilienz: Stark und gesund in der Krise". "Ist bei Ihrem Luftballon die Luft raus?", fragte sie in die Runde. Per Mausklick und Tastatur konnten die Kitamitarbeitenden mitteilen, wie es ihnen aktuell geht, um dann von der Psychologin ein paar Tipps an die Hand zu bekommen, wie man psychisch und physisch widerstandsfähig wird, welche Schutzfaktoren und Ressourcen es gibt und wie ein gestörtes Gleichgewicht wieder ins Lot kommt.

Das Jahrestreffen bot auch eine kleine Premiere: Es gab einen ersten Einblick in den neuen Imagefilm zum Konzept der Bewegungskita Rheinland-Pfalz. Anerkennung und Wertschätzung übermittelte abschließend Prof. Dr. Renate Zimmer, Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt "Frühe Kindheit", in ihrer Videobotschaft. Eigentlich hatte die Professorin für Sport- und Bewegungswissenschaft an der Universität Osnabrück einen Vortrag beim JubiläumsJahrestreffen halten sollen. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Zimmer wird ebendies beim nächsten Jahrestreffen der Bewegungskitas nachholen.

Der Termin dafür steht bereits fest: Am 30. September 2021 kommen alle Beteiligten erneut zusammen − dann hoffentlich wieder von Angesicht zu Angesicht bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz in Andernach. Wobei die digitale Alternative aber auch ganz gut ankam. Das erste Feedback nach dem Treffen hielt Kommentare wie "informativ", "gute Lösung", "toller Austausch" und "ideenreich" bereit und stimmte die Organisatoren positiv. "Das stärkt uns den Rücken", freute sich Mitorganisatorin Jördis Gluch.

Text: Reinhard Liebisch - Grundlage des Berichts ist der Pressetext der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, der von Frau Mara Stahlhofen verfasst wurde.
Foto: UKRLP: Jördis Gluch (vorne) führte gekonnt durch das Jahrestreffen. Lorena Hebel war für die Technik verantwortlich. (Beide UKRLP).